Aufrufe: 0 Autor: Site-Editor Veröffentlichungszeit: 13.04.2026 Herkunft: Website
Unter orthopädischer Wundinfektion (SSI) versteht man Infektionen, die nach orthopädischen Eingriffen an der Inzision oder im tiefen Gewebe auftreten und häufig zu Wundkomplikationen führen, die einen klinischen Eingriff erfordern. SSI ist eine der schwerwiegendsten Komplikationen nach orthopädischen Eingriffen.
Die gemeldete Inzidenz liegt weltweit zwischen 0,4 % und 16,1 % und kann bei hochenergetischen Frakturen und offenen Verletzungen bis zu 50 %–60 % erreichen. Die Folgen sind erheblich, darunter längere Krankenhausaufenthalte, ein erhöhtes Amputationsrisiko und sogar lebensbedrohliche Zustände. Darüber hinaus erhöhen die Komplexität und Dauer der Behandlung die Gesundheitskosten erheblich.
Angesichts des wachsenden Problems antimikrobieller Resistenzen ist die Behandlung infizierter orthopädischer Wunden immer schwieriger geworden. Derzeit gibt es kein allgemein standardisiertes Protokoll für Prävention und Behandlung, und Unterschiede in den medizinischen Ressourcen in den verschiedenen Regionen tragen zusätzlich zu inkonsistenten klinischen Ergebnissen bei.
Dieser Konsens legt ein umfassendes Managementsystem fest, das Prävention, Diagnose, Behandlung, Wiederaufbau und Rehabilitation umfasst und darauf abzielt, die Patientenergebnisse zu verbessern und die Effizienz der Gesundheitsversorgung zu optimieren.
Vor der Operation sollte eine ordnungsgemäße Hautreinigung durchgeführt werden. Eine Haarentfernung wird nicht empfohlen, es sei denn, dies ist erforderlich. Bei Bedarf sollten nichttraumatische Methoden eingesetzt werden, um Hautschäden zu vermeiden.
Es müssen strenge aseptische Techniken befolgt werden und die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur des Patienten während der Operation ist wichtig, um das Infektionsrisiko zu verringern.
Sofern keine Kontraindikation vorliegt, werden zur Hautvorbereitung Antiseptika auf 75 %iger Ethanolbasis empfohlen. Vor dem Wundverschluss sollte eine Spülung mit Povidon-Jod-Lösung durchgeführt werden. Eine standardmäßige perioperative Antibiotikaprophylaxe wird dringend empfohlen.
Wiederverwendbare orthopädische Instrumente sollten zentral von der Zentralen Sterilgutversorgung (ZSVA) verwaltet werden, um standardisierte Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsprozesse sicherzustellen.
Bei Operationen mit Implantaten wird Chirurgen und Pflegekräften empfohlen, vor dem Einsetzen des Implantats Doppelhandschuhe zu tragen und die Außenhandschuhe auszutauschen.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören die Minimierung der Operationszeit, die Beurteilung des Hautnekroserisikos vor dem Verschluss, die Vermeidung übermäßiger Spannung beim Nähen und die Verhinderung der Bildung von Toträumen.
Die Diagnose sollte auf Symptomen wie Rötung, Schwellung, Wärme, Schmerzen, eitrigem Ausfluss, nekrotischem Gewebe, Bildung von Nebenhöhlen und Freilegung tiefer Gewebe oder Implantate basieren.
Eine frühzeitige und standardisierte mikrobiologische Untersuchung ist unerlässlich, um ursächliche Krankheitserreger zu identifizieren und eine gezielte Antibiotikatherapie zu steuern.
Eine umfassende Beurteilung sollte Labortests, bildgebende Untersuchungen und histopathologische Untersuchungen umfassen, um das Ausmaß der Infektion zu beurteilen.
Nach der Probenahme für mikrobiologische Tests sollte mit der empirischen Antibiotikagabe begonnen werden. Sobald Ergebnisse vorliegen, sollte die Therapie entsprechend angepasst werden.
Die Behandlungsdauer beträgt je nach Schwere der Infektion typischerweise 6 bis 12 Wochen. Komplexe Knocheninfektionen können längere Behandlungszyklen erfordern.
Bei schweren Infektionen oder implantatbedingten Fällen sollten systemische Antibiotika mit lokalen Behandlungen wie antibiotikahaltigem Knochenzement, künstlichem Knochenersatz oder Unterdruck-Wundtherapie (NPWT) kombiniert werden.
Ein wirksames Debridement erfordert die Entfernung von nekrotischem Gewebe, die Beseitigung von Totraum und eine ausreichende Drainage, um die Heilung zu fördern und ein Wiederauftreten zu verhindern.
Die Entscheidung, Implantate zu behalten, sollte sorgfältig abgewogen werden:
Implantate können behalten werden, wenn die Fixierung stabil und die Infektion kontrollierbar ist
Die Entfernung wird empfohlen, wenn die Infektion unkontrolliert ist oder mit Knochennekrose einhergeht
Sehnenreparaturinfektionen erfordern die Entfernung verbliebener Nähte und nekrotischen Sehnengewebes
Gelenkbedingte Infektionen erfordern eine gründliche Spülung und Drainage
Tiefe oder geschlossene Infektionen können von kontinuierlichen Bewässerungs- und Entwässerungssystemen profitieren
Kleine Wunden ohne Freilegung kritischer Strukturen können direkt nach dem Debridement verschlossen werden.
Bei größeren Weichteildefekten ohne Freilegung von Knochen oder Sehnen kann bei geeignetem Wundbett eine Hauttransplantation durchgeführt werden.
Komplexe Wunden mit freiliegenden Knochen-, Sehnen- oder neurovaskulären Strukturen erfordern eine Lappenplastik oder eine muskulokutane Lappenrekonstruktion.
Bei schweren, unkontrollierbaren Infektionen mit irreversiblem Funktionsverlust kann eine Amputation erforderlich sein, um systemischen Komplikationen vorzubeugen.
Die Rehabilitation sollte früh nach der Infektionskontrolle beginnen, um die Beweglichkeit der Gelenke aufrechtzuerhalten und Steifheit zu verhindern.
Rehabilitationsprogramme sollten sich auf die Wiederherstellung der Alltagsfunktionen konzentrieren und Folgendes umfassen:
Muskelkrafttraining
Verschiedene Bewegungsübungen
Gleichgewichtstraining
Schulung zu Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL).
Orthopädische SSI bleibt eine große klinische Herausforderung, die einen multidisziplinären und standardisierten Ansatz erfordert. Durch systematische Prävention, frühzeitige Diagnose, wirksame Infektionskontrolle, ordnungsgemäßes chirurgisches Management und strukturierte Rehabilitation können die Patientenergebnisse erheblich verbessert und gleichzeitig die Gesundheitsbelastung verringert werden.
Eine bakterielle Kontamination während oder nach einer Operation ist die Hauptursache, insbesondere bei Implantaten oder offenen Frakturen.
Die Behandlung dauert in der Regel 6–12 Wochen, kann sich jedoch bei komplexen Knocheninfektionen auch länger hinziehen.
Nein. Die Implantatretention hängt von der Infektionskontrolle, der Knochenstabilität und der Abwesenheit von Nekrose ab.
Die Unterdruck-Wundtherapie hilft, Infektionen zu kontrollieren, die Bildung von Granulationsgewebe zu fördern und die Wundheilung zu beschleunigen.
Kontaktieren Sie uns